Original-Research: A.H.T Syngas Technology N.V (von GBC AG): Kaufen
Einstufung von GBC AG zu Verve Group SE
Projektbedingte Übergangsphase mit Turnaround-Potenzial Da die Geschäftstätigkeit der A.H.T. Syngas Technology N.V. (kurz: AHT) einen starken Projektcharakter hat, unterliegt die Gesellschaft einer hohen Umsatzvolatilität. Dies wird anhand der deutlich rückläufigen Umsätze von 1,91 Mio. € im ersten Halbjahr 2025 (VJ: 9,47 Mio. €) gut sichtbar. Während im Vorjahr Teilumsätze für die teilweise Inbetriebnahme eines japanischen Kraftwerks sowie Umsätze für den Bau einer „HotGas“-Anlage zur Versorgung einer Lackieranlage eines deutschen Industriekunden erzielt wurden, gab es im ersten Halbjahr 2025 nur noch geringe Projektumsätze. Diese stehen vornehmlich mit Teilzahlungen des japanischen Projekts sowie Restzahlungen des deutschen Projekts im Zusammenhang. Grundsätzlich war das erste Halbjahr 2025 nicht von Projektaufgaben betroffen. Vielmehr hatten Projektverschiebungen einen starken Einfluss auf die Ertragslage der Gesellschaft. Ein Beispiel für eine fortgesetzte verschobene Projektabwicklung ist das japanische Projekt, das von einer verzögerten Lieferung von Anlagenkomponenten eines Zulieferers bzw. einer verzögerten Einbindung lokaler Infrastruktur betroffen war. Angesichts der deutlich rückläufigen Umsatzerlöse weist die AHT auch auf operativer Ergebnisebene eine rückläufige Entwicklung auf. Allerdings war die Gesellschaft in der Lage, Kostenreduktionen umzusetzen. Neben der umsatzbedingten Minderung der Materialkosten reduzierte sich der Personalaufwand deutlich auf 0,51 Mio. € (VJ: 0,87 Mio. €). Damit lag das EBITDA mit 0,07 Mio. € (VJ: 0,80 Mio. €) noch knapp im positiven Bereich. Das Periodenergebnis lag hingegen mit ‑0,04 Mio. € (VJ: 0,52 Mio. €) knapp im negativen Bereich. Die zweite Jahreshälfte 2025 wird voraussichtlich von fehlenden Projekterlösen geprägt sein. Die Fokussierung auf die Vorbereitung und Umsetzung der Wachstumsstrategie, zu der die Standardisierung der Technologie sowie die Erweiterung um den Bereich Wasserstoff gehört, wird zunächst zu niedrigen Umsätzen führen. Auf Gesamtjahresbasis wird die Gesellschaft unseren Prognosen zufolge Umsatzerlöse in Höhe von 2,25 Mio. € erwirtschaften, was nur einem marginalen Anstieg gegenüber den Halbjahresumsätzen entspricht. Für die zweite Jahreshälfte rechnen wir folglich mit einer abnehmenden Kostendeckung, was auf Gesamtjahresbasis ein negatives operatives Ergebnis (EBITDA: ‑1,70 Mio. €) zur Folge haben dürfte. Damit passen wir unsere bisherigen Prognosen (siehe Studie vom 08.05.25) deutlich nach unten an. Die Umsatz- und Ergebnisprognosen für die Jahre 2026 und 2027 beinhalten insbesondere konkrete Projekte, die sich derzeit in einem unterschiedlichen Stadium befinden. So liegen beispielsweise für zwei Projekte in Deutschland und Österreich bereits Verträge vor, für die noch Förderbescheide bzw. Genehmigungen ausstehen. Darüber hinaus steht die Beauftragung in Polen kurz vor dem Vertragsabschluss. Ein Teil unserer Prognosen umfasst auch Projekte, die zwar identifiziert sind, sich jedoch noch vor einer möglichen Beauftragung befinden. Hierfür ziehen wir einen von der Gesellschaft erarbeiteten Projektplan heran, wofür, nach Unternehmensangaben, hohe Kundenanfragen bestehen. Durch die Konzentration auf europäische Projekte wird eine frühzeitige Reduzierung der Abhängigkeit vom japanischen Key Account erreicht. Dies entspricht der kommunizierten Unternehmensstrategie. Alle Projekte basieren auf der bereits fertig entwickelten Kerntechnologie der Gesellschaft. Eine Erweiterung um den Bereich der Wasserstoffgewinnung aus Biomasse unterstellen wir erst ab dem Geschäftsjahr 2028. Im Vergleich zu unseren bisherigen Prognosen unterstellen wir einen geringeren Anteil an Anlagen mit Wasserstofftechnologie. Darüber hinaus hat das investitionsintensive Contracting-Geschäft gegenüber unseren bisherigen Prognosen ebenfalls eine untergeordnete Bedeutung. In unserem konkreten Prognosezeitraum bis 2028 unterstellen wir lediglich die Errichtung und Inbetriebnahme einer Contracting-Anlage, die im Laufe des Geschäftsjahres 2028 erste Betriebsumsätze generieren sollte. Das Ergebnis dieser vorsichtigeren Planung sind deutlich reduzierte Umsatz- und Ergebnisschätzungen für den Prognosezeitraum 2026–2028. Der wesentliche Anpassungseffekt ergibt sich aus der starken Reduzierung der geplanten volumenstarken Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff aus Biomasse. Dies wirkt sich besonders stark auf die Prognosen für das Geschäftsjahr 2028 aus: Wir unterstellen nun Umsatzerlöse in Höhe von 20,39 Mio. € (bisherige Prognose: 46,42 Mio. €) und ein EBITDA in Höhe von 2,11 Mio. € (bisherige Prognose: 8,97 Mio. €). Bereits ab dem kommenden Geschäftsjahr sollte die AHT den EBITDA-Break-Even gemäß Planungen erreichen, ab 2027 sollte dies auch auf Ebene des Nachsteuerergebnisses der Fall sein. Im Rahmen unseres DCF-Bewertungsmodells haben wir ein Kursziel in Höhe von 8,50 € (bisher: 20,20 €) je Aktie ermittelt. Die deutliche Kurszielreduktion ist eine Folge unserer angepassten Prognosen, die insbesondere das Geschäftsjahr 2028 betreffen, womit sich eine niedrigere Basis für die Stetigkeitsphase des Bewertungsmodells ergibt. Wir vergeben weiterhin das Rating KAUFEN. |
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